2024 – Ein klimatisch herausforderndes Rebjahr, aus dem wir nur lernen können.
Liebe Kunden, Weinliebhaber und Freunde,
Das Weinjahr 2024 wird in die Geschichte eingehen aber leider nicht im positiven Sinn.
Der extrem nasse Sommer hat die Winzer in unserer Region ausserordentlich gefordert und zu massiven Ernteausfällen geführt.
Erntebericht 2024
Anfangs März 2024 schnitten wir bei kühlem, schönem Wetter die Reben. Der Austrieb erfolgte, nach einer sehr warmen letzten Märzwoche, anfangs April. Die Triebe entwickelten sich prächtig. Am Donnerstag 2. Mai fielen die Temperaturen im Rebhang auf -1 Grad Celsius und am Freitag, 3. Mai, sogar auf -4 Grad Celsius. Die bereits sehr weit entwickelten Triebe, erlitten grösstenteils massive Frostschäden. Die roten Traubensorten trafen diese tiefen Temperaturen in einer höchst ungünstigen Vegetationsphase und waren mehr betroffen als die weissen Sorten. Ihre Triebe starben ab und die Reben mussten ein zweites Mal austreiben. Dies kostet den Rebstock enorm viel Kraft und Energie. Der zweite Austrieb ist immer schwächer und auch anfälliger auf Umwelteinflüsse und Krankheitserreger.
Der nasse Frühling und der verregnete Sommer mit dem daraus resultierenden feucht-warmen Klima begünstigte den Pilzbefall der Reben. Trotz intensiver Bemühungen trat am 7. Juli der Mehltau das erste Mal in unseren Kulturen auf. Dieser Herausforderung wurden wir, dem Wetter geschuldet, nicht mehr Herr.
Am 2. August beschädigte ein Hagelschlag die sonst schon spärlichen Traubenzotteln. Um einen kleinen Teil der Ernte zu sichern, entfernten wir am 19. und 20. August schweren Herzens die von den Hagelkörnern beschädigten Trauben. Diese hätten zu Fäulnis geneigt und den Pilzbefall zusätzlich begünstigt.
Am 5. Oktober konnten wir den Seyval blanc und den Johanniter mit 76 Oechslegrade lesen. Die einzelnen noch verbliebenen roten Trauben Cabernet Jura, Regent und Blauburgunder lasen wir gleich mit. Diese erreichten 82 Oechslegrade.
Da die Reben zu diesem Zeitpunkt schon sehr viel Laub fallen gelassen hatten, wäre der Zuckergehalt kaum mehr nennenswert angestiegen. Die Rebstöcke waren ausgebrannt.
Bestellungen
Leider werden vom Jahrgang 2024 nur kleine Mengen Weisswein in 50 cl und 75 cl Flaschen in den Verkauf gelangen. Es ist kein Rotwein und Rosé verfügbar.
In den nächsten Tagen wird unsere Homepage unter www.wartenfelser.ch aufgeschaltet.
Darauf finden Sie weitere Informationen der Rebgemeinschaft.
Wir danken allen Kundinnen und Kunden herzlich für das grosse Interesse an unseren Weinen. Die lobenden Worte und die immer gut besuchten Anlässe, im und um den Rebberg, sind für uns Ansporn uns zu verbessern und Neues auszuprobieren.
Jetzt schauen wir mit Vorfreude auf das Weinjahr 2025 und hoffen auf eine gute Ernte, damit wir Ihnen wieder wie gewohnt mit unserem Wartenfelser genussvolle Stunden bereiten können.
„Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information.“
(Albert Einstein)
Freundliche Grüsse
Stefan Müller
Rebgemeinschaft Schloss Wartenfels
